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Special vom 16.05.2011 |
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Happy Birthday, Trust! |
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Kaum zu glauben, aber Trust wird 25. Für ein Hardcore-Fanzine ist das ein methusalemsches Alter. Mehr Jahre auf dem Buckel hat weltweit nur das legendäre Maximum Rock`n`Roll aus Kalifornien. Mit einer Party gratuliert sich Trust selbst zu einem vierteljahrhundert Underground-Existenz. Diese findet am 3. Juni im Schlachthof Bremen mit Auftritten von No Means No, Leatherface und Sex Jams statt.
Das Trust-Magazin hält nach wie vor unverdrossen am Punk-Credo des Do-It-Yourself fest. In Eigenregie von Fans für Fans hergestellt kommt nur das ins Heft, was die Schreiber aus den Bereichen Punk, Hardcore, Alternative Rock und Underground-Kultur für gut befinden; ohne Rücksicht auf Anzeigenkunden oder Szene-Trends. Auch die bei Musikmagazinen übliche Tonträger-Beilage sucht man ebenso vergebens wie bunte Bilder. Das Layout ist immer noch so schwarz-weiß wie die Weltsicht, die einige Kritiker dem Fanzine unterstellen.
Die Macher halten mit unverblümter Sprache dagegen: "Was scheiße ist, ist scheiße und nicht ´Schnittstelle von Kommerz und Underground´. Was geil ist, ist geil und nicht ´unkonventioneller meta-referentieller No Wave Grrl Punk´. Dabei sind wir nicht anti-intellektuell, aber auch nicht Avantgarde, und auch nicht gegen alles, aber doch gegen das meiste."
Seit der ersten Ausgabe im Juni 1986 erscheint das Fanzine regelmäßig alle zwei Monate und ist seit etwa 10 Jahren auch im Bahnhofsbuchhandel erhältlich. Gründungsmitglieder des Trust waren u.a. Michael Alber, Tomasso Schultze, Anne Ullrich, Moses Arndt, der später mit Zap ein weiteres wichtiges Fanzine startete, und Dolf Hermanstädter. Ziel war es, mittels eines Print-Mediums die noch junge und zerstreute Punk-/Hardcore-Szene zu vernetzen.
Vom Minderheiten-Phänomen hat sich die im Trust-Fanzine besprochene Musik inzwischen zum Mainstream-Thema entwickelt: angefangen bei Nirvana über Green Day bis zu Gossip als jüngstes Beispiel. Während die Mehrheit der Musikhörer dem gegenüber eine "Was soll´s ?"-Haltung pflegt, prangert Trust die damit einhergehende Kommerzialisierung und den Verlust ideeller Werte der ursprünglichen Punk-Idee an: "Seitdem bewiesen wurde, dass man durch alternative Musik Geld verdienen kann, wird ´eine systemkritische Punkband machen´ zunehmend zu einem konkreten Berufsbild für Jugendliche, komplett mit dem zugehörigen Outfit, Szenedrink, Schmuck, alles durchgeplant und durchgesponert auf Tour für Alkohol-Hersteller oder Bekleidungsfirmen."
Im Prinzip hat sich das Trust die Punk-Aufbruchstimmung der 1980er bewahrt und verbleibt standhaft in seiner subkulturellen Nische, ohne dabei über die Jahre an Integrität und Ansehen eingebüßt zu haben. Vor diesem Hintergrund darf alleine schon die Tatsache, dass das Magazin nach 25 Jahren - trotz aller Schwierigkeiten - immer noch als reines Fanzine existiert, als Erfolg gewertet werden. In diesem Sinne: Hoch die Tassen!
Den 25. Geburtstag feiert das Trust Fanzine mit einer Jubiläumsausgabe ( No. 148, Juni/Juli 2011) und einem Konzert in Bremen (Schlachthof) am 3. Juni 2011. Mit dabei sind die kanadische Hardcore-Institution No Means No (seit 1979 aktiv), die britische Punk-Band Leatherface und die Noise-Popper Sex Jams aus Wien. Dazu werden noch massig alte Trust-Ausgaben unters Volk gebracht.
Mehr Trust online unter:www.trust-zine.de (ra) |
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