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Special vom 29.06.2010 |
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c/o Pop startet schwungvoll |
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Siebte Ausgabe präsentiert sich 2010 erneut variantenreich und kreativ auch wenn die Convention nicht immer überzeugt
KÖLN, 25.06.10 (100). Die c/o Pop Festival und Branchentreff der Kreativwirtschaft residiert in diesen Tagen in Köln. Nach dem Abgang der Popkomm hat sich das Format in den letzten Jahren zu einer festen Größe in der europäischen Musiklandschaft entwickelt. Im Gegensatz zu den letzten Jahren lädt die zweitägige Convention dieses Mal nicht in den Komplex des Schauspiels und der Oper in der Innenstadt, sondern in die etwas unterkühlten, im Rechtsrheinischen gelegenen Messehallen. Das mag dem aktuellen Status der c/o Pop, die ein erfolgreiches Jahr 2009 hinter sich hat, gerecht werden einladend ist es dort jedoch nicht.
Auch die Qualität der Diskussionsrunden und Vorträge variiert am ersten Tag bisweilen heftig - was sie eint ist ein zumeist kreativer Gesprächsgegenstand. Der Wille, neue Wege zu gehen, ist den Veranstaltern der c/o Pop zumindest nicht abzusprechen. Wenn Ex-MTV Moderator Steve Blame seine Gäste während des Panels Shipwreck to Success über ihre sämtlichen geschäftlichen Misserfolge befragt, so ist das witzig, spontan, ehrlich und aufschlussreich. Eine andere Runde, die zu erörtern versucht, wie die Musikindustrie von der Pornobranche hier zumeist ganz korrekt als adult industry bezeichnet lernen kann, lockt zwar durch ihr ungewöhnliches Thema, bietet jedoch wenig Konkretes. Und wenn "Modell" Sandra Shine minutenlang zu erklären versucht, mit welchen Tricks sie ihren Kunden möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen gedenkt, wird es nur noch peinlich. Und auch wenn Interdisziplinarität wichtig und zukunftsweisend ist hier wurde wohl über das Ziel hinausgeschossen. Der anschließende Vortrag von Bernd Kolb How to change the world - The role of the creative industries ist hingegen äußerst hörenswert, auch wenn sich der Hörer am Ende fragen könnte, was die präsentierte Ansammlung von Endzeitszenarien nun mit der Kreativwirtschaft zu tun haben könnte.
In Analogie zur Convention gibt sich auch das Festival variantenreich und kreativ. Shantel & Bucovina Orkestar laden mit energiegeladenem Balkan Pop zum Eröffnungskonzert und bringen die Meute im Gloria-Theater bis tief in die Nacht zum Tanzen. Der darauffolgende Donnerstag lockt mit einem echten Knaller: Phoenix bespielen das Dach des Messeparkplatzes. Trotz zahlreicher technischer Probleme spielt die Bande aus Paris ein überzeugendes, wenn auch kurzes Konzert, im Hintergrund die in tiefes Abendrot gehüllte Kölner Skyline. Booka Shade können später am Abend nicht überzeugen. Zu überzogen die Show, zu krawallig der Sound. Wer die Alben kennt, ist filigraneres gewöhnt. Auspendeln lässt man den Tag im Roxy. Erst gegen halb drei wird es hier richtig voll, heiss und eng ist es, während die Cσmeme Crew um Matias Aguayo ihre wuchtigen, lateinamerikanisch beeinflussten Techno-Grooves durch den Laden drischt. In ein paar Stunden beginnt der zweite Convention-Tag... (pr) |
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