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Special vom 26.03.2007
Echo 2007: Deutscher Grammy mit großem Staraufgebot in Berlin verliehen
Die zweifachen Echo-Gewinner
Silbermond mit Laudatorin Kati Witt
(Foto:musicload)
Bono mit Echo
(Foto:Deutsche Phono Akademie)
Billy Talent
(Foto: Deutsche Phono Akademie)
Silbermond, LaFee und Billy Talent holen beim lautesten Echo aller Zeiten jeweils zwei Trophäen

BERLIN, 25.03.2007 (100). Mit großem Tamtam wurde gestern in Berlin der Echo, das deutsche Pendant zum Grammy, verliehen. Und: der Echo 2007 war der lauteste aller Zeiten. Dafür sorgten alleine schon die Live-Auftritte der Fantastischen Vier, von Bushido, der Beatsteaks, von Tokio Hotel und der zweifachen Echo-Gewinnerin LaFee. Für den internationalen Flair waren Stars wie Bono, Take That, Katie Melua, Jennifer Lopez, Simply Red und Yusuf nach Berlin gereist.

Die von Oliver Geissen und Yvonne Catterfeld moderierte Show folgte einer strengen Choreographie: Im zügigen Tempo wurde Echo um Echo an die erfolgreichsten Künstler des vergangenen Jahres verliehen. Die Award-Vergabe wurde nur von kurzen Anmoderationen der prominenten Laudatoren und, teilweise spektakulären, Live-Auftritten unterbrochen.

Den Anfang machte die Bekanntgabe der Echo-Gewinner in der Kategorie "Hit Des Jahres". Hier setzte sich Silbermond mit "Das Beste" gegen Gnarls Barkley, Nelly Furtado, Shakira und Texas Lightning durch. Der erste Auftritt des Abends gehörte den Fantastischen Vier, die ihre aktuelle Single "Wir Ernten Was Wir Sähen" mit einer Kraftwerk-mäßigen Bühnenshow furios in Szene setzten.

Eine der Gewinnerinnen des Abends ist LaFee, die in den Kategorien "Beste Künstlerin National Rock/Pop" und "Newcomer National" obsiegte. Letzterer Preis übrigens mit 20.000 Euro dotiert. Live durfte die Neuentdeckung 2006 ihre Single "Mitternacht" vortragen.

Ein vielbeschäftigter Mann an diesem Berliner-Abend war Roger Cicero. Der deutsche Grand-Prix-Teilnehmer erhielt den Echo als "Bester Künstler Rock/Pop national", übergibt den Jazz-Echo an Till Brönner und singt seinen Titel für Helsinki, "Frauen Regiern Die Welt".

Bushido, HipHop-Künstler des Jahres, pflegt auch bei der Echo-Gala sein Outcast-Image: "Wenn das hier eine Privatparty wäre, dann hättet ihr mich nicht eingeladen. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet und ihr guckt genauso dumm aus der Wäsche wie im vergangenen Jahr".

Der erste Sonderpreis des Abends geht an Yusuf "Cat Stevens" Islam, der für sein Engagement als Vermittler zwischen Christen und Muslimen geehrt wird. Laudator Thomas Gottschalk lobt ausdrücklich, dass sich Cat Stevens schon immer in seinen Texten für Ausgleich und Verständigung eingesetzt und diese Grundhaltung auch nach seiner Konvertierung zum Islam beibehalten habe. Der so geehrte bezeichnet sich in seiner Dankesrede als "Suchender" und singt den Song "Maybe There Is A World".

Klaus Wowereit versucht sich als Laudator mit einer zielgruppengerechten Ansprache und lobt das "krasse Programm" und nach kurzem Nachdenken fällt dem Regierenden Bürgermeister Berlins auch wieder der Name MTV ein. Den Echo "Gruppe Rock/Pop National" darf Wowie schließlich an Rosenstolz überreichen.

Nicht gerade vom Glück geküsst sind im Moment Monrose: Zuerst wurde den Popstars-Siegerinnen die schon sicher geglaubte Fahrkarte nach Helsinki von Roger Cicero weggeschnappt und auch beim Echo, immerhin zweimal nominiert, gingen Senna, Mandy und Bahar leer aus. Der versprochene Traum von der großen Karriere scheint für die drei Mädels schneller als geahnt zu Ende zu gehen. Erschwerend erwächst gerade mit Bisou Konkurrenz aus den eigenen Reihen und, wie um Salz in die Wunde zu streuen, treten auch noch die gerade wiedervereinigten ProSieben-Casting-Vorbilder No Angels live mit ihrem Titel "Goodbye To Yesterday" auf. Die Suche nach "Neuen Engeln" scheint so mit dem Wiederentdecken der alten zu enden.

Für sein "Globales Engagement" wird Bono mit einem Ehren-Echo ausgezeichnet. Der U2-Sänger, der sich unter anderem für den Schuldenerlass der ärmsten Länder der Welt einsetzt, war sichtlich gerührt und bedankte sich für die Unterstützung der vielen Menschen, ohne die sein Engagement folgenlos bliebe. Er ruft alle Zuschauer auf, mit ihm und Herbert Grönemeyer beim G8-Gipfel in Heiligendamm zu demonstrieren oder die Aktion im Internet unter www.deinestimmegegenarmut.de zu unterstützen.

Der Echo wird von der Deutschen Phono-Akademie an die (an den Verkaufszahlen bemessen) erfolgreichsten Acts des vergangenen Jahres vergeben. Ausnahme sind die Auszeichnungen für den besten nationalen Live Act und das beste deutsche Video, die von den Zuschauern von MTV bzw. Viva ermittelt wurden. Dabei waren die Musikfernseher der Meinung, dass Silbermond ihren zweiten Echo an diesem Abend für ihre Live-Shows verdient haben und dass das beste Video von Tokio Hotel stammt. Der Live-Auftritt von Tokio Hotel war neben dem von Take That der am meisten bejubelte an diesem Abend. Theatralisch lässt sich Bill am Ende des Songs "Spring Nicht" ins Publikum fallen, wobei er beim "Crowdsurfen" allerdings von freundlichen Security-Menschen aufgefangen wird.

Im Alternative Segment heißen die Sieger Billy Talent, die sowohl den Echo als "Bester Internationaler Newcomer" als auch als "Rock Alternativ Act International" persönlich entgegen nehmen konnten. In der nationalen Alternative-Kategorie ging der Titel an die Sportfreunde Stiller, die noch einmal die WM 2006-Stimmung aufleben ließen.

Hervorzuheben sind an diesem Berliner Abend die Live-Auftritte. In aufwendigen Kulissen traten internationale Top Stars neben nationalen Acts auf. Hier überzeugte auch die Mischung: Take That traf auf die Punker Beatsteaks , und Zuschauer, die sich auf Jennifer Lopez, Rosenstolz, die No Angels oder Katie Melua freuten, mussten auch den flammenden, unzensierten Auftritt von Bushido über sich ergehen lassen. Melua ist allerdings bei ihrer holprigen Version von "Lucy In The Sky With Diamonds" stimmlich nicht in Bestform und Jennifer Lopez, die ihr erstes spanischsprachiges Album promoted, kommt als kraftlose Shakira-Kopie daher.

Genauso wenig, wie die Oper nicht zu Ende ist, bevor die dicke Frau singt, ist eine Award-Gala nicht zu Ende, bevor die Auszeichnung für das Lebenswerk vergeben wurde. Diese ging in diesem Jahr an einen sichtlich bewegten Ralph Siegel, überreicht von einer nicht weniger ergriffenen Nicole.

Das letzte Wort dieser gelungen Show gehörte allerdings Silbermond, die mit ihrem Hit des Jahres, "Das Beste", den Echo 2007 ausklingen ließen.


Echo-Gewinner 2007:

Künstler National Rock/Pop: Roger Cicero

Künstler International Rock/Pop: Robbie Williams

Künstlerin National Rock/Pop: LaFee

Künstlerin International Rock/Pop: Katie Melua

Gruppe National Rock/Pop: Rosenstolz

Gruppe International Rock/Pop: Red Hot Chili Peppers

Deutschsprachiger Schlager: Andrea Berg

Volkstümliche Musik: Kastelruther Spatzen

Hip-Hop/R&B National: Bushido

Hip-Hop/R&B International: Eminem

Rock/Alternative National: Sportfreunde Stiller

Rock/Alternative International: Billy Talent

Jazzproduktion National/International: Till Brönner

Erfolgreichster Newcomer National: LaFee

Erfolgreichster Newcomer International: Billy Talent

Hit des Jahres National/International: Silbermond - "Das Beste"

Musik DVD National/International: Pink Floyd - "Pulse"

Bester Live-Act National / MTV: Silbermond

Bestes Video National / Viva: Tokio Hotel - "Der letzte Tag"

Medienpartner des Jahres: "Bravo"

Handelspartner des Jahres: EMP Lingen

Erfolgreichster Produzent national: Frank Ramond und Matthias Hass (Roger Cicero, Annett Louisan, Ina Müller)

Lebenswerk: Ralph Siegel

Lebenswerk als Musiker und Botschafter zwischen den Kulturen: Yusuf

Echo-Sonderpreis für globales Engagement: Bono


Der Echo 2007 auf Pop100:

Echo 2007: Schlechte Quoten trotz toller Show

Bono kommt zum Echo

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Neue Echo Live Bands: Beatsteaks, Fanta4 und Tokio Hotel

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