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Pop-Report vom 29.06.2010 |
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| Aufgang. Quelle: c-o-pop.de |
Konzert Kritik
Aufgang: rasanter Auftritt in der Kölner Philharmonie
Trio begeistert beim c/o Pop Abschlusskonzert durch filigrane Mixtur aus Klassik und Techno
KÖLN, 28.06.10 (100). Nach einem langen Konzert- und Partywochenende ist den meisten Besuchern mit Festivalbändchen um das Handgelenk die Strapaze deutlich anzusehen: Viele hier haben unzählige Liveshows, die wieder einmal legendäre Kompakt-Party, sowie die große Club-Nacht hinter sich gebracht, versprühen also an diesem Montag Abend nicht gerade allergrößten Enthusiasmus. Der Grund dafür, dass sich die meisten trotz Katers und leichter Post-Festival-Depression an der von hässlichen Baugruben und Materialbergen umgebenen Philharmonie eingefunden haben, ist der Auftritt von Aufgang, jener drei Wunderknaben, die mit einem genresprengenden Debütalbum bei Presse, Musikern und Liebhabern gleichermaßen für hohe Aufmerksamkeit gesorgt hatten.
Dass sie ihr komplexes Material auch live hervorragend umsetzen können, beweisen Aufgang an diesem Abend in einem leider nur halbvollen Konzertsaal. Mit einem Schlagzeug, zwei Flügeln sowie Laptop und Elektronik gelingt es der Band, unheimlich dichte, mitreißende Songstrukturen zu erzeugen, die in der Philharmonie auf beste akustische Voraussetzungen treffen. Wie in der klassischen Musik üblich besitzen die Stücke klare Spannungsbögen, klare Höhepunkte und deutliche, oft pompöse Schlusspunkte. Mit guter elektronischer Clubmusik teilen die Aufgang-Songs das repetitive, hypnotische, tanzbare. Eine Stunde lang ziehen sie so das Publikum in ihren Bann, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen.
Einzig ärgerlich an diesem Abend ist, dass Bugge Wesseltoft und Hendrik Schwarz mit ihrem Projekt nach, und nicht vor Aufgang auftreten. Nicht, dass die beiden Herren eine schlechte Performance abliefern; ihr leicht technoider Free Jazz kommt bisweilen sogar richtig innovativ herüber. Doch wirklich mitreißen kann dies nach dem atemberaubenden Aufgang-Auftritt nur noch die wenigsten. Als langsames Runterkommen nach einem harten Wochenende andererseits, ist ihr Auftritt vielleicht sogar genau das richtige. (pr) |
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