 |
 |
|
 |
 |
 |
|
Pop-Report vom 10.06.2010 |
|
|
|
|
|
|
|
 |
Review Rolling Stone 188, Juni 2010
Ballacks Blues
Ja, auch der Rolling Stone möchte ein bisschen vom Hype der WM abgreifen, was sich für ein Musikmagazin nicht einfach gestaltet.
Doch dem Fußballgott sei Dank, unsere Ballkünstler sind alle im rockfähigen Alter und daher dem chartbestückten iPod sehr zugetan. Ob vor oder nach dem Spiel, ein echter Schweinsteiger hat die Knöpfe im Ohr und lässt es krachen. Da sieht der Rolling Stone seine Seiteneinsteigerchance und interviewt den Kapitano der Nationalelf und der Frauenherzen, Michael Ballack, zum "Sound der Nationalmannschaft" (S.34). Natürlich konnte die Redaktion nicht ahnen, dass dem frischgebackenen englischen Meister im letzten Spiel der Saison durch ein Foul eine unfreiwillige WM-Pause verordnet wird. Ein böses Foul, auch für den Rolling Stone.
Und doch, obwohl des direkten Bezugs zur WM beraubt, bietet das Interview ein paar interessante Momente. Michael Ballack ist auch musikalisch in London angekommen, er outet sich als Depeche-Mode-Fan und gibt Einblicke über die Sounds, die in der Chelseakabine erklingen. Dass Elton John auf seiner Hochzeit aufspielte, zeigt, dass er zum musikalischen Spagat fähig ist, aber offensichtlich auch über gute Verbindungen in der Londoner Szene verfügt. Das Foul von Kevin-Prince Boateng taucht das Interview leider etwas in den Blues, eine rote Karte hat es aber nicht verdient.
Der Rolling Stone und die Rolling Stones – eine unendliche Geschichte. Obwohl Keith Richards momentan wahrscheinlich kettenrauchend an karibischen Stränden weilt und Mick Jagger Jogging an der französischen Riviera betreibt, gibt es ein brandneues Altwerk. Die Wiederveröffentlichung von "Exile on Mainstreet" bietet dem Großvater der Rockgazetten die Gelegenheit für einen Rückblick auf die Entstehung des Albums im Jahr 1971 (S.56).
Eine spannende Geschichte, die Umstände, unter denen die Aufnahmen entstanden, sind schon bemerkenswert. Eingepfercht in einem muffigen Keller eines Hauses in Südfrankreich machten sich die Stones auf, ein Album zu produzieren, mit dem sie anfangs heillos überfordert waren. Noch heute lieben die Kritiker das Album mehr als ihre Macher. Aus diesem Grund musste wohl auch der Leib- und Magenproduzent der Stones, Don Was, die Outtakes für die Bonus-CD der Wiederveröffentlichung aussuchen. 300 Stunden Stones standen zur Auswahl, Don Was war nicht zu beneiden. Aber es ist vollbracht, mit dem Segen der Herren Jagger und Richards kam am 14.Mai "Exile on Main Street" in den Handel, frisch überarbeitet und mit besagter Bonus-CD ausgestattet. Der echte Stones-Fan reibt sich die Hände, holt die abgewetzte Lederjacke aus dem Schrank und begibt sich pfeifend (Tumbling Dice?) in den nächsten CD-Shop.
Howard Carpendale im Rolling Stone? Ja, unser Howie, er hat es geschafft. Nicht auf das Titelblatt, nein, das gehört einzig und allein Ballacks Blues – aber immerhin auf Seite 42 (war da nicht mal was mit dem schönen Mädchen von Seite 1? Ach, lassen wir das...).
Carpendale ist nicht nur Lionel-Richie-Fan, sondern auch gebürtiger Südafrikaner. Klingelts? WM! Ufftata! Howard Carpendale kennt sein Heimatland auch nach ungezählten Abschiedstourneen in deutschen Landen noch recht gut und proklamiert, dass die WM für Südafrika zu früh kommt. Sein Statement kommt leider zu spät. Wenn er wenigstens Fußballfan wäre – aber er spielt nun mal Golf. Tja. Nun, dann also...
Neben einem gewohnt guten Überblick über die neuesten Tonträger bietet der Rolling Stone diesmal eine Rare-Trax-CD zum Thema Südafrika, die jede Party bereichern wird.
Allein diese CD rechtfertigt den Kauf dieses Rolling Stone. Freuen wir uns auf die WM, trotz Ballacks Blues. (hg) |
|
|
|
 |
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|
 |
|
|
 |
 |
Disclaimer Pop100 ist nicht verantwortlich für Inhalte von verlinkten Seiten externer Anbieter. |
|
|