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Pop-Dialog vom 18.12.2006 |
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Matthias Hörstmann - Herausgeber Intro |
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Anlässlich des runden Geburtstages lässt Pop100 mit Herausgeber und Gründungsvater Matthias Hörstmann 15 Jahre Intro Revue passieren und wirft einen Blick in die Zukunft des nach wie vor umsonst erhältlichen Musikmagazins.
Pop100: Was war deine Antriebsfeder Intro aus der Taufe zu heben?
Matthias Hörstmann: Auch auf die Gefahr hin, dass es idealisiert klingt: Antrieb war und ist die pure Leidenschaft, die ich mit anderen (egal ob Autoren oder Lesern) teilen und die daraus resultierende Begeisterung potenzieren wollte! Von jeher war/ist Musik ein zentrales Element in meinem Leben, machte mich schon früh zum Fan und Nerd, Jäger und Sammler. Getrieben und getragen von Interesse und Begeisterung suchte ich nach jahrelanger Aktivität als DJ und Konzert-Booker nach weiteren Möglichkeiten – da erschien die Sprachrohr-Funktion eines Magazins als große Herausforderung. Die Anfangstage von Intro waren somit eher emotional denn rational gesteuert, vielleicht mit dem Anliegen vergleichbar, einem Freund, der zu Besuch kommt, mit glänzenden Augen neue Platten vorzuspielen und ihn an der eigenen Begeisterung teilhaben lassen zu wollen. Es ging zunächst vielmehr um einen Dialog unter "Fans", erst über die Jahre verstärkt um die Kombination mit journalistischen Ansprüchen und dem "Auftrag" eines Kritikers.
Pop100: Das Intro gibt es umsonst und wird bundesweit vertrieben. Ihr habt mit dem Magazin einen Markt erschlossen, den es so vorher noch nicht gab. Stand hinter diesem Ansatz einst ein konzeptioneller Masterplan oder was hat darauf gebracht, das Magazin so zu positionieren?
Hörstmann: Intro entwickelte sich schleichend aber stetig aus sich selbst heraus weiter, erlangte so inhaltlich und am Markt von Jahr zu Jahr eine größere Relevanz für Branche und Leserschaft. Es war ein langer und steiniger Weg, einen Master- oder gar Businessplan, der die Entwicklung von langer Hand steuerte, hat es dabei allerdings in klassischem Sinne nie gegeben. Unser Tun war getragen von der puren, und mit immer mehr Mitstreitern und Lesern geteilten, Begeisterung für die "gemeinsame Sache". Ideellen Erfolg - und damit die wichtigste Bestätigung und Motivation unserer Arbeit - verzeichneten wir somit schon weit vor dem finanziellen, so mystifizierend das heute auch klingen mag. Auch die Tatsache, dass Intro bis heute kostenlos erscheint, war dabei kein konzeptioneller Schachzug, sondern ist nur dem Umstand geschuldet, dass es von Anfang an so war und wir trotz wiederholter Überlegungen letztlich nie den zwingenden Anlass sahen, dies bei stetig realisierbaren Auflagenwachstum zu ändern. Natürlich führte es über die Jahre immer wieder zu müßigen Diskussionen hinsichtlich redaktioneller Integrität, weil man diese tatsächlich nur allzu selten bei Gratis-Titeln findet. Das Wissen um unsere geschaffene Sonderrolle bestärkte uns aber immer mehr darin, an einer kostenlose Erscheinung festzuhalten, denn schließlich ist es uns so bis heute ermöglicht worden, eine marktführende Position als reichweitenstärkstes unabhängiges Musikmagazin mit redaktionellem Profil zu erlangen und auszubauen. Die für 2007 abermals aufgestockte Verbreitung auf monatlich mehr als 140.000 Exemplare, die auch tatsächlich in Leser-Hände gelangt und eine meinungsführende Stellung erreicht, wären als Kiosk-Titel eben bei weitem nicht möglich!
Pop100: Wie hat sich das Musikgeschäft aus deiner Sicht in den vergangenen 15 Jahren verändert?
Hörstmann: Die frühen Neunziger waren geprägt von vielen Neuen und aufregenden Strömungen, die aus dem Underground in den Mainstream drangen. 1991 war Schlüssel- oder Geburtsjahr eines massiven Booms: Nirvanas "Nevermind", Grunge, Crossover und und und ... - um es mit dem Titel der damaligen Doku von Sonic Youth zu benennen: "The year punk broke threw!" Eine Euphorie-Welle löste einen Flächenbrannt aus, die einstige "Indie"-Bewegung drohte aufgrund astronomischer Deals von ganze Label-Kataloge signenden Major-Companies im "Sell Out" zu verenden. Nach der Hosse folgten geradezu zwangsläufig bittere und lange Jahre im zunehmend desillusionierten Musik-Biz, das mit der parallel aufkommenden und rasant voranschreitenden Download/Copy-Problemstellung in einer existentiellen Krise samt Entwertung des "Produkts Musik" zu enden drohte. Eine ganze Branche steuerte dem wirtschaftlichen Niedergang entgegen, der auch eine kreative Sinnkrise und Benommenheit folgte. Anfang des neuen Jahrtausends folgte eine überaus schmerzhafte aber unumgängliche "Marktbereinigung" und Neuformierung und –positionierung des gesamten Musik-Biz, der leider auch zahlreiche Bands, Labels, Vertriebe, Händler, Medien und damit viele persönliche Existenzen zum Opfer fielen. In den letzten Jahren ist allerdings endlich wieder neuer Mut zu spüren und gerade die basisnahe, echte "Indie"-Bewegung erlangte ein Comeback, dem inzwischen auch vermehrt beachtliche Erfolge samt einer verbesserte Relevanz am Markt folgten. Gute Musik hat auch ohne großen Deal wieder Chancen, gehör zu finden. Die veränderten Distributions-Wege schaffen neue Chancen, was insbesondere am Beispiel des über Jahre als Feind ausgemachten Mediums Internet deutlich wird.
Pop100: Inwieweit lässt du dich bei deinen Entscheidungen von unternehmerischen Gesichtspunkten leiten? Immerhin habt ihr das Melt-Festival kultiviert konsolidiert und mit der Angliederung des Fußballmagazins 11 Freude einen nicht unerheblichen Coup gelandet.
Hörstmann: Damals wie heute ist der entscheidende Impuls, unser Tun um neue Projekte zu ergänzen, eine eher emotionale, "aus dem Bauch" kommende Überzeugung, aus der ein Antrieb für die Sache resultiert. Natürlich ist wirtschaftliche Tragfähigkeit für jedes Vorhaben eine wichtige Grundlage, die auch strategisches Vorgehen neben aller Begeisterung zu einem essentiellen Bestandteil werden läßt. Schließlich trage ich auch die Verantwortung für ein inzwischen auf fast 50 Leute an drei Standorten gewachsenes Team und jeden neu geschaffenen Arbeitsplatz.
Pop100: Verstehst du es als Kompliment, wenn ein Ansatz wie der des Intro-Festivalguide Schule macht, mit der Folge, dass das Segment "Festivals" von den verschiedensten Verlagen mittlerweile aufgegriffen wurde?
Hörstmann: Natürlich ist es eine Bestätigung. Ich maße mir dabei aber nicht an, nur aufgrund der Tatsache der "Erste" gewesen zu sein, der Bedürfnisse erkannt und zu bedienen versucht hat (wie beispielsweise mit dem Festivalguide-Start in 1997), eine Alleinstellung zu verdienen. Letztlich stärkt jeder weitere Wettbewerber das eigene Anliegen und motiviert zur immer neuen Herausforderung, es immer noch besser machen zu können.
Pop100: Was erwartet uns bezogen auf Intro 2.0 und welcher Erwartungen in diesem Zusammenhang hegst du hinsichtlich der medialen Rundumversorgung in Schrift, Bild und Ton?
Hörstmann: Wir wollen uns auch künftig immer wieder daran erinnern, was Ursprung unseres Tuns war und ist. Wachsam, agil und begeistert bleiben, empfinde ich weiterhin als wichtigstes Gebot. Daraus resultieren dann hoffentlich auch künftig immer wieder neue und unser Angebot und Anliegen ergänzende Projekte. Aktuelles: Die Auflagen von Intro und 11 Freunde werden zum Jahreswechsel neuerlich um mehr als 15% gesteigert, inhaltliche Ergänzungen und Neuformierungen realisiert, ein eigenes wöchentliches Radioformat in Kooperation mit dem MDR-Sputnik (Donnerstagabends ab 21.00 Uhr oder als Stream auf intro.de zu hören) ist gestartet und Podcasts, aber auch TV-Kooperationen folgen in 2007.
Pop100: Die Top 5 deiner Lieblingsmedien?
1. DIE ZEIT
2. www.SPIEGEL.de
3. BRAND EINS
4. Geißbock-Echo / alle Medien und Fanzines des 1.FC Köln
5. www.kicker.de
Mehr zum Intro-Geburtstag auf Pop100:
15 Jahre Intro: Ausgewählte Gratulanten gratulieren
15 Jahre Intro: Musik und so
Intro goes Radio |
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Pop-Dialog vom 20.04.2013
Unsere deutschen Fans sind erstklassig! Marshall und Taylor von Walk off the Earth im Interview |
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Pop-Dialog vom 30.06.2011
Die Crew ist eine reisende Familie Roadie ist ein Traumberuf zwischen Romantik und Knochenjob. Pop100 hat mit Uwe Schreiber gesprochen, der u.a. als Stagemanager mit den Beatsteaks unterwegs ist. |
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Pop-Dialog vom 19.04.2010
Das iPhone ist die moderne Buschtrommel Ein Interview mit Boris Fust, dem ehemaligen Chefredakteur des Intro Festivalguides. |
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Pop-Dialog vom 11.09.2009
Interview mit Jens Seipenbusch, Piratenpartei Bei der Bundestagswahl 2009 erzielte die Piratenpartei 2% der Stimmen und war damit die größte der "kleinen" Parteien. Pop100 sprach mit dem Parteivorsitzenden der Piraten, Jens Seipenbusch, über Künstler- und Urheberrechte sowie die viel diskutierte Kulturflatrate |
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Pop-Dialog vom 24.04.2009
Gerd Leonhard: Pirate Bay ist ein Sündenbock Der Medienfuturist, Autor, Blogger, Keynote-Redner und Musiker Gerd Leonhard ist ein international gefragter Experte für die Bereiche Social Media, Copyright und Markenstrategie. Der Co-Autor des viel diskutierten Buches "The Future of Music" sprach mit Pop100 im Interview über Pirate Bay, die Zukunft des Urheberrechts und Musikflatrates für alle. |
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Pop-Dialog vom 21.03.2009
Justin Kniest: "Wenn der Sprit fehlt..." Am 13. März 2009 stellte das niederländische Unternehmen Fabchannel mit sofortiger Wirkung seinen kostenfreien, gleichnamigen Konzertkanal ein. Damit ist auch das gesamte Video-Archiv nicht mehr verfügbar. Gründer Justin Kniest sprach mit Pop100 über das plötzliche Aus und die bittere Erfahrung, dass sein Projekt aufgrund mangelnder Unterstützung der Major-Label aufgegeben musste. |
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Pop-Dialog vom 22.12.2008
Interview mit Boris Fust, Intro Pop100 wagt mit Boris Fust, Chefredakteur Intro Festivalguide, einen Blick in die mediale Zukunft und erörtert die Daseinsberechtigung des Musikjournalismus in Zeiten von Blogs und MySpace. |
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Pop-Dialog vom 30.04.2008
Max Dax: Wir sind nicht Vanity Fair Große mediale Wogen hat er geschlagen, der Umzug des Kölner Traditionsblattes Spex nach Berlin Anfang 2007. Kein leichtes Erbe also, das Chefredakteur Max Dax antrat. Nichts Geringeres als der umfassende Relaunch des "Magazins für Popkultur" sollte am neuen Standort mit neuer Redaktion gelingen. Pop100 traf Max Dax in Berlin zum Erfahrungsplausch. |
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Pop-Dialog vom 20.12.2007
Interview mit Joel Berger, MySpace Seit September 2007 ist Joel Berger Chef von MySpace Deutschland. Mit Pop100 sprach der digitale Experte, der auch schon für die Online-Aktivitäten von MTV und Sony Music verantwortlich war, u.a. über Relevanz des Social Networks für das Musikgeschäft. |
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Pop-Dialog vom 04.10.2007
Interview mit Justin Kniest, Fabchannel.com Fabchannel.com ist eine Bereicherung für jeden Musikfan. Auf der niederländischen Seite werden erstklassige Konzerte gestreamt und das ganze auch noch gratis. Unter anderem Bright Eyes, Arcade Fire oder Bloc Party standen schon vor den Fabchannel-Kameras in den berühmten Amsterdamer Klubs Paradiso und Melkweg. Pop100 sprach mit Justin Kniest, der Fabchannel im Jahr 2000 gründete, über die Zukunft der Musikpromotion. |
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Pop-Dialog vom 29.06.2007
Interview mit Jörg Sauer, Piranha Media Pop100 sprach mit dem Piranha-Anzeigenleiter, der Titel wie Spex, Juice und Riddim bemuttert, über den Spex-Umbau, den werblichen Media-Mix und Verlautbarungsjournalismus. |
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Pop-Dialog vom 01.06.2007
Kochen mit … Linus Volkmann Seit 2001 schwingen Intro-Chefredakteur Thomas Venker und Autor Linus Volkmann zusammen mit prominenten Zeitgenossen den Kochlöffel. Dabei sind die bekennenden Vegetarier selbst keine Meister der raffinierten Saucen und Gewürze. Ist auch nicht nötig, denn bei "Kochen mit…" stehen nicht lukullische Genüsse, sondern die Kochenden selbst im Mittelpunkt. Jetzt ist ein Best Of der interessantesten Gäste und Gerichte in Buchform erschienen. Aus gegebenem Anlass bat Pop100 Linus Volkmann zu Tisch... |
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Pop-Dialog vom 25.04.2007
Interview mit Christoph Bornefeld-Ettmann, Vice President International 7digital Christoph Bornefeld-Ettmann ist seit 1990 in der Musikbranche tätig. In mancherlei Hinsicht ist er ein Frühaufsteher. So gehörte er zur ersten Generation der Fachkräfte die Musicload auf den Weg brachten, rackerte für das Billboard Talent Net sowie als A&R. Er ist also ein profunder Kenner des Metiers und kommentiert im Interview mit Pop100 die aktuellen Geschehnisse rund um Emi, iTunes, Netzlabel und DRM und weiß um die Macht der Blogs. |
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Pop-Dialog vom 07.02.2007
Henrico Frank - Punkrockexperte bei iMusic1.TV Der Ex-Arbeitssuchende Henrico Frank hat einen neuen Job: als Hilfsredakteur bei dem Musiksender iMusic 1. Frank hatte es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht, als er öffentlich mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck über HartzIV und die Folgen aneinander geriet. Der dem Punkrock zugetane Zeitgenosse nimmt neuerdings an Redaktionskonferenzen teil und wirkt für den Sender an der Entwicklung eines neuen Rock-Formats mit. |
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Pop-Dialog vom 18.12.2006
Matthias Hörstmann - Herausgeber Intro Anlässlich des runden Geburtstages lässt Pop100 mit Herausgeber und Gründungsvater Matthias Hörstmann 15 Jahre Intro Revue passieren und wirft einen Blick in die Zukunft des wie ehedem gratis erhältlichen Musikmagazins. |
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