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Pop-Dialog vom 09.05.2003
Jörg Augsburg, (Pop Up 2003 in Leipzig
Pop100.com: Wie fiel die Resonanz für (Pop Up 2003 bislang aus?

Jörg Augsburg: Für unsere Verhältnisse könnte man das als phänomenal bezeichnen. Es ist erst die zweite (Pop Up und wir sind "ausgebucht", die Medien sind spürbar aufmerksam geworden und in der "Indie"-Szene haben wir einen fast verblüffend guten Response. Was besonders bemerkenswert ist, weil wir in Sachen Öffentlichkeitsarbeit den Ball recht flach halten - aber es gibt offensichtlich eine sehr positive Mund-zu-Mund-Propaganda.


Pop100.com: Innerhalb eines Teils der Musikbranche genießt die (Pop Up bereits einen guten Ruf. Die Veranstaltungsstruktur unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von anderen Messekonzepten, allerdings äüßern sich Besucher des Vorjahres positiv über die Atmosphäre und die Rahmenbedingungen der Messe. Was macht aus euerer Sicht den Reiz der Pop Up aus?

Augsburg: Ja, natürlich, das Konzept ist klassisch: Messe und dazugehörige Clubveranstaltungen. Aber es gibt wohl keine andere Veranstaltung, die so von der Verve der Macher geprägt ist. Das reicht vom harten Kern der Vorbereitungsgruppe bis hin zu den freiwilligen Helfern, die unsere Security stellen, die Stagehands oder das Catering. Möglich ist das nur, weil sich eine Menge völlig unterschiedlicher Leute in Leipzig für das
Prinzip (Pop Up begeistern lassen und einfach mitmachen, statt nach dem eigenen Nutzen zu fragen.


Pop100.com: Wer steht hinter der (Pop Up und wieviel Leute sind aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Messe beteiligt?

Augsburg: Hinter der (Pop Up steht eine Gruppe von Leuten, die man schon als "Fanatiker in Sachen Popmusik" bezeichnen könnte und die verschiedene Backgrounds haben: Clubbetreiber, Fanzineschreiber, Journalisten, Musiker, DJs - oft auch mehreres gleichzeitig - oder eben einfach nur Musikfans. Das engere Team, das über das ganze Jahr arbeitet ist, sind ca. 15 Leute, bei der Messe selbst arbeiten derzeit ungefähr 50. Dazu kommen noch die verschiedenen Clubs mit ihrem Stammpersonal.


Pop100.com: Ist die (Pop Up ein Zuschussgeschäft oder trägt sich die Veranstaltung selbst?

Augsburg: Haha, frag mich das nächste Woche noch mal!Nein im Ernst: Das Ziel bei (Pop Up ist eine "schwarze Null ohne existenzielles Risiko". Das heißt, das Festival soll sich selbst tragen und für den Fall der Fälle gibt es gewisse Rücklagen. Das ist aber eine nicht wirklich etriebswirtschaftliche Rechnung. Es ist eine Veranstaltung von Fans für Fans, allerdings weitestmöglichst professionell arrangiert. Wir arbeiten alle auf Kosten extremer Selbstausbeutung, nur die harten Kosten werden geduldet und wir sparen an allen Ecken und Enden - so gesehen ist es ein sehr arbeitsintensives Hobby aller Beteiligten. was wir nur gerecht finden. Es gibt schließlich Leute, die machen unter diesen Bedingungen Musik oder veröfentlichen sie - wir bieten das Forum dazu. Jedenfalls erhalten wir keine öffentlichen Fördermittel und wollen das eigentlich auch so beibehalten. Für uns ist das eine Art von "Independent", die wir bei allen Nachteilen für erstrebenswert halten.


Pop100.com: Es hat den Anschein, dass die (Pop Up fast schon wie eine Antipode zur Popkomm anmutet. Ist das beabsichtigt oder lediglich eine zufällige Nebenwirkung, die sich aus dem Veranstaltungskontext ergeben hat?

Augsburg: Einerseits muss man natürlich sagen, dass das keinerlei Vergleich ist - die größte denkbare Musikmesse und wir mit unseren paar Hanseln und einem Etat, der einen Hundertstel-Bruchteil ausmacht. Aber natürlich ist eine Intention von (Pop Up auch, eine Alternative zur Popkomm darzustellen, also eine Möglichkeit der Branchen-Kommunikation und Selbstdarstellung. Nur, dass wir nicht in erster Linie Umsätze generieren wollen, sondern Interesse an spannender Popmusik. Nun ja, dass es inzwischen so viele sind, die mit der Popkomm nichts anfangen können oder wollen, ist jedenfalls nicht unser Problem.


Pop100.com: Im Konzeptpapier zur (Pop Up 2003 werden beinahe identisch inhaltliche Konturen erkennbar, wie sie die Popkomm in den Anfangsjahren proklamiert hat. In erster Linie also Kommunikation und Kontakte rund um Pop. Ist diese Zielsetzung auch heute noch aktuell und/oder profitiert ihr sogar davon, dass diese Ansätze auf der ungleich größerens Popkomm ein wenig im Trubel untergehen?


Augsburg: "Ein wenig im Trubel untergehen" ist ganz bestimmt nicht unsere Wahrnehmung der Popkomm. Sie ist einfach für unsere Interessen absolut egal geworden. Und "unsere Interessen" heißt: die Interessen von Musikfans für Musik. Die kehren sich einen Scheiß darum, wie der Aktienkurs von Universal-Vivendi-Time-Warner-EMI-Virgin steht. (Mal ganz davon abgesehen, dass die Popkomm selbst für "Business" wohl nicht mehr recht taugt.) Aber wie gesagt, das ursprüngliche Grundkonzept "Messe & Musik & Kommunikation" nutzen wir schon. Das ist im Prinzip schlüssig und sinnvoll.


Pop100.com: Der Kongressteil ist mit 5 angesetzten Themen kompakt und überschaubar gehalten. Sogenannten aktuelle Killerthemen wie das Plattenfirmen an Konzerteinnahmen verdienen wollen oder die Reformierung des Urheberrechts spielen dieses Jahr keine Rolle. Weshalb laßt ihr euch solche Themen aussen vor und wäre die (Pop Up nicht genau das Forum, wo Diskussion zu diesen Problematiken aufschlussreicher und objektiver als auf anderen Fachkonferenzen debattiert werden könnten?


Augsburg: Wir sind keine Fachkonferenz! Wir sind eine Publikumsmesse. Und wir begreifen auch unsere Aussteller als - zwar vom Fach, aber - Publikum. Unser "Kongressteil" ist einfach nur eine Ansammlung von Themen, die wir für interessant halten. Interessant vor allem in Hinsicht auf ein Publikum, dass eben nicht aus dem "Business" kommt. Gern würden wir übrigens mehr Themen so aufgreifen, aber dem stehen im Moment unsere zeitlichen und organisatorischen Kapazitäten entgegen.


Pop100.com: Wie reagieren die Großen und Etablierten des Musikgeschäfts auf die (Pop Up und was sagen die Musikinteressierten Endverbraucher, die die Messe besuchen über die Veranstaltung?


Augsburg: Wir hatten letztes Jahr sehr sehr gute Reaktionen der Besucher (und der Aussteller), die von der Atmosphäre und dem Gestus der Messe angetan waren und von deren Interesse wir wiederum angenehm überrascht waren. Mit den sogenannten "Großen und Etablierten" haben wir keine Berührungspunkte. Um es mal nicht durch die Blume zu sagen: "Nichts könnt mir egaler sein".


Pop100.com: Welche Ziele habt ihr euch für die (Pop Up gesetzt?

Augsburg: Zu allererst müssen wir sehen, dass wir überhaupt alles hinbekommen. Das heißt, dass wir die Organisation im Griff haben, dass die Atmosphäre stimmt - und wir nicht pleite sind. Mittelfristig wollen wir DIE Messe für die "Nicht Major Musikszene" im Land werden. Natürlich, ohne zu vergessen, dass Popmusik immer international agiert. Klingt hochgestochen, ist aber eigentlich ganz einfach.


Pop100.com: Anschließend noch die Top 5 deiner Lieblingsmusikmedien, egal ob Radio, TV Sender oder Sendung, Musikmagazin print oder online.


Augsburg: In alphabetischer Reihenfolge:
Careless Talk Costs Lives (sehr schönes englisches Music Zine)
laut.de und ubl.com (schlicht super Recherchetools)
Meine eigenen Platten
Persona Non Grata (aufwändiges Fanzine aus Leipzig, das so gern richtig ernst genommen werden will)
Spex (bei aller Hassliebe immer noch die Nummer eins)
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Am 13. März 2009 stellte das niederländische Unternehmen Fabchannel mit sofortiger Wirkung seinen kostenfreien, gleichnamigen Konzertkanal ein. Damit ist auch das gesamte Video-Archiv nicht mehr verfügbar. Gründer Justin Kniest sprach mit Pop100 über das plötzliche Aus und die bittere Erfahrung, dass sein Projekt aufgrund mangelnder Unterstützung der Major-Label aufgegeben musste.
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Pop100 wagt mit Boris Fust, Chefredakteur Intro Festivalguide, einen Blick in die mediale Zukunft und erörtert die Daseinsberechtigung des Musikjournalismus in Zeiten von Blogs und MySpace.
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Max Dax: Wir sind nicht Vanity Fair
Große mediale Wogen hat er geschlagen, der Umzug des Kölner Traditionsblattes Spex nach Berlin Anfang 2007. Kein leichtes Erbe also, das Chefredakteur Max Dax antrat. Nichts Geringeres als der umfassende Relaunch des "Magazins für Popkultur" sollte am neuen Standort mit neuer Redaktion gelingen. Pop100 traf Max Dax in Berlin zum Erfahrungsplausch.
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Interview mit Joel Berger, MySpace
Seit September 2007 ist Joel Berger Chef von MySpace Deutschland. Mit Pop100 sprach der digitale Experte, der auch schon für die Online-Aktivitäten von MTV und Sony Music verantwortlich war, u.a. über Relevanz des Social Networks für das Musikgeschäft.
* Pop-Dialog vom 04.10.2007
Interview mit Justin Kniest, Fabchannel.com
Fabchannel.com ist eine Bereicherung für jeden Musikfan. Auf der niederländischen Seite werden erstklassige Konzerte gestreamt und das ganze auch noch gratis. Unter anderem Bright Eyes, Arcade Fire oder Bloc Party standen schon vor den Fabchannel-Kameras in den berühmten Amsterdamer Klubs Paradiso und Melkweg. Pop100 sprach mit Justin Kniest, der Fabchannel im Jahr 2000 gründete, über die Zukunft der Musikpromotion.
* Pop-Dialog vom 29.06.2007
Interview mit Jörg Sauer, Piranha Media
Pop100 sprach mit dem Piranha-Anzeigenleiter, der Titel wie Spex, Juice und Riddim bemuttert, über den Spex-Umbau, den werblichen Media-Mix und Verlautbarungsjournalismus.
* Pop-Dialog vom 01.06.2007
Kochen mit … Linus Volkmann
Seit 2001 schwingen Intro-Chefredakteur Thomas Venker und Autor Linus Volkmann zusammen mit prominenten Zeitgenossen den Kochlöffel. Dabei sind die bekennenden Vegetarier selbst keine Meister der raffinierten Saucen und Gewürze. Ist auch nicht nötig, denn bei "Kochen mit…" stehen nicht lukullische Genüsse, sondern die Kochenden selbst im Mittelpunkt. Jetzt ist ein Best Of der interessantesten Gäste und Gerichte in Buchform erschienen. Aus gegebenem Anlass bat Pop100 Linus Volkmann zu Tisch...
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