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Zdf.kultur |
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Ein Fernsehsender verjüngt sich |
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War schon bei TV Noir und zdf@bauhaus zu Gast: Bosse |
Im Mai 2011 ist der Zdf-Theaterkanal dem neuen Sender zdf.kultur gewichen. Zeit, Bilanz zu ziehen.
Während anderen Ortes der schleichende Tod des Musikfernsehens betrauert wird, wird der Musikfan im neuen Spartenkanal des Zweiten mit hochwertigen Eigenproduktionen hofiert. Neben Pop- und Rockmusik umfasst das neue Programmbouquet auch Netzkultur und Gaming sowie darstellende Künste. zdf.kultur lockt somit jüngere und jung gebliebene Menschen an. Klassik, Theater und Oper begegnen dem Zuschauer dafür nun allerdings seltener.
Musik auf zdf.kultur
zdf.kultur stellt besonders Musik in den Vordergrund. Neben Live-Übertragungen von bekannten Festivals, wie Hurricane oder Wacken, zeigt zdf.kultur auch verschiedene Musikshows für eine junge Zielgruppe. Darunter beispielsweise die Live-Sendung "on tape", moderiert von Rainer Maria Jilg. Während die geladenen Musiker oder die Hausband musizieren, können Zuschauer per Webcam oder Chat Fragen an die prominenten Gäste stellen und werden somit Teil der Show.
Ebenfalls interaktiv ist "TV Noir", das Wohnzimmer der Songwriter. In jeder Sendung empfängt Moderator Tex im Heimathafen Neukölln zwei verschiedene Singer-Songwriter, von denen einer noch Newcomer und der andere bereits im Musikgeschäft etabliert ist. Zwischen lockeren Gesprächen stellen die Gäste ihre Songs akustisch vor. Außerdem ist "TV Noir" für das Publikum ein Wunschkonzert, denn es darf sich jeweils zwei Lieder wünschen, welche die geladenen Musiker dann, wohl oder übel, singen müssen. Auch in "Schund und Bühne" fordert Tex Kreativität von den Zuschauern, die ihm vier Begriffe zurufen. Diese müssen die Gäste dann in ein improvisiertes Theaterstück einbringen, für dessen Soundeffekte das Publikum verantwortlich ist. Bei "TV Noir" zu Gast waren unter anderen bereits Künstler wie Annett Louisan, Jupiter Jones oder Bosse.
Letzterer war auch schon in der Konzertreihe "zdf@bauhaus", die im geschichtsträchtigen Bauhaus in Dessau aufgezeichnet wird, zu sehen. Nach ihren Unplugged-Auftritten befragt Moderator Jo Schück die Künstler, wie sie ihre Lieder schreiben und was ihnen dabei besonders wichtig ist. Vielseitige Live-Musik bietet auch Silke Supers "Berlin live". Drei internationale Bands aus verschiedenen Musikrichtungen präsentieren sich im Berliner Trafo ihren Fans. Im November sind beispielsweise Art Brut, dEUS und The Blood Arm dort zu sehen.
Brücke zwischen den Generationen
Neben der Musik deckt zdf.kultur selbstverständlich auch andere Bereiche der Kultur ab. Bei "Pixelmacher", dem idealen Programm für Computerfreaks, geht es um die neusten Games und Techniktrends. Mit Netzkultur befasst sich u.a. auch Katrin Bauerfeind in ihrem Magazin "Bauerfeind". Außerdem berichtet sie auf ironisch-humorvolle Weise über Musik, Literatur und gesellschaftliche Themen.
Älteren Zuschauern wird der "Kulturpalast" gefallen, der versucht eine Brücke zwischen den Generationen zu bilden. Einerseits befasst sich die Moderatorin Pegah Ferydoni mit Film und aktueller Musik, andrerseits geht es besonders um Theater und alteingesessene Musiker, wie zum Beispiel Götz Alsmann. Auch nicht fehlen darf Wutbürger Paul, Ferydonis Mitbewohner, der sich am Ende jeder Sendung lautstark über bestimmte Aspekte der Kultur auslässt.
Auch "Kopf der Woche" richtet sich an eine zumeist ältere Zielgruppe. Jeder Mittwochabend ist einer bekannten Persönlichkeit aus Musik, Theater, Film oder Fernsehen gewidmet, die dann von einem Künstler entweder gemalt oder anders dargestellt wird.
Bunte Mischung
Opernliebhaber werden sich wohl damit abfinden müssen, dass Opernübertragungen nun nur noch auf 3sat zu sehen sind. Doch für die Zielgruppe der jungen Erwachsenen hat zdf.kultur neue informative und sehenswerte Formate kreiert, die Lichtblicke im ansonsten mitunter doch recht eintönigen TV-Einheitsbrei sind. Und auch ältere Kultur- und Musikliebhaber kommen nicht zu kurz. Für Schlagerfans zum Beispiel wurden Wiederholungen der Hitparade mit Dieter Thomas Heck ins Programm genommen, so dass nahezu jede Musikrichtung auf dem neuen Kanal vertreten ist. Außerdem sind beliebte ZDF-Klassiker wie "Rate mal mit Rosenthal" oder "Dalli Dalli" zu sehen.
Unterm Strich ist Zdf.kultur eine gelungene, bunte Mischung aus Musik, Film, Internet, Kunst und Theater und eine willkommene Bereicherung für die Zuschauer.
Autorin: Fatima Grieser |
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