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Loveparade 2009: Der Zug ist abgefahren |
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Ausgetanzt: Keine Loveparade in Bochum (Foto:Loveparade) |
DORTMUND, 21.01.2009 (100). Ausgetanzt: Die Loveparade 2009 in Bochum fällt endgültig aus! Dabei hält sich die Trauer der Beteiligten in Grenzen, auch wenn Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz in einer Pressemitteilung betont: "Bochum hätte sich gerne als Veranstaltungsort profiliert."
Bochum begründet die Absage der Loveparade mit Sicherheitsbedenken. Die Infrastruktur der Stadt biete nicht genügend Kapazitäten für ein solches Event und auch der Bochumer Hauptbahnhof wäre mit dem erwarteten Besucheraufkommen hoffnungslos überfordert. Im vergangenen Jahr wurden in Dortmund stolz 1,6 Millionen Raver von offizieller Seite gemeldet.
Relativ kurzfristig zog man in Bochum also die Reißleine und das Ruhrgebiet muss in diesem Jahr auf die Loveparade verzichten, wie Lopavent-Sprecher Björn Köllen am Montag gegenüber der Westfälischen Rundschau noch einmal bestätigte: "Für 2009 ist der Zug definitiv abgefahren, alle Optionen sind durch." Es bleibt die Frage offen, warum die Stadt Bochum erst so spät ihre Absage kundgetan hat, denn jetzt ist es definitiv zu spät für eine Loveparade 2009. Dabei waren die ins Feld geführten Argumente seit langem bekannt und keine Überraschung für alle Beteiligten.
Doch die Stadt Bochum weißt die Schuld von sich. Dass die Loveparade so groß werden würde, war niemandem klar, als 2007 die Verträge unterschrieben wurden. Doch spätestens nach der Ruhrgebiets Loveparade-Premiere 2007 in Essen dürften die Dimensionen des Techno-Events jedem deutlich vor Augen geführt worden sein. Eine gewisse Fahrlässigkeit ist der Stadt also durchaus zu unterstellen. Hätte die Stadt Bochum im vergangenen Jahr bekannt gegeben, dass die Loveparade unrealisierbar ist, dann wäre es jetzt noch nicht zu spät für eine Loveparade 2009 und die Stadt würde nicht so sehr in der Kritik stehen wie sie es jetzt ist.
Die Wirtschaftsförderungen der metropoleruhr (wmr) gesteht ein: "Es ist sicherlich keine brillante Performance, wenn man einen Fünfjahresplan hat und den nicht einhalten kann", so Geschäftsführer Hanns-Ludwig Brauser gegenüber N-TV. Paul Aschenbrenner von der Wirtschaftsförderung Bochum betont, dass 2007 der Vertrag für die Loveparade unterschrieben wurde mit der ernsthaften Absicht, diesen auch einzuhalten.
Der Fraktionschef der Bochumer SPD, Heinz Dieter Fleskes, räumte gegenüber DerWesten.de selbstkritisch ein, dass sich niemand wirklich für die Loveparade von Seiten der Politik ins Zeug gelegt habe. Deswegen sei die Absage für ihn "ein sehr unangenehmer Vorgang." Auch weil für Außenstehende der Eindruck erweckt würde: "hier seien lauter Deppen am Werke."
Auch alternative Veranstaltungsorte wurden viel diskutiert. Dabei wurde bereits Mitte letzten Jahres der Vorschlag, die Loveparade statt in der Innenstadt auf der Autobahn A40 stattfinden zu lassen, von Lopavent geprüft und abgelehnt. Allerdings wurde dies nicht offiziell bekannt gegeben, so dass vor wenigen Tagen der Landesvehrkehrsminister von NRW, Oliver Wittke, mit genau diesem Vorschlag an die Öffentlichkeit ging.
Insgesamt erschien es im Verlauf der letzten Tage so, als ob man sich seitens der Stadt Bochum zu wenig engagiert habe, um die Parade doch noch stattfinden zu lassen. Die Fahrlässigkeit mit der vorgegangen wurde und die Tatsache, dass bei wichtigen Punkten aneinander vorbeigeredet wurde, lässt am wirklichen Interesse der Stadt Bochum, die Loveparade durchzuführen, zweifeln.
Auf der Pressekonferenz am 20. Januar 2009 im Bochumer Rathaus wirkte Oberbürgermeisterin Scholz (SPD) und weitere Verantwortliche sichtlich nervös. Vor allem die Frage, warum sich die Stadt Bochum denn nicht eher an die Öffentlichkeit mit ihrem Problem gewandt habe, konnte nicht zufrieden stellend beantwortet werden. Dabei verwies die Oberbürgermeisterin mehrmals darauf, dass man in Bochum mit dem Musikfestival Bochum Total durchaus Erfahrungen mit Großveranstaltungen habe. Bochum Total lockt nach Angaben des Veranstalters bis zu einer Million Menschen aus der Region an. Allerdings verteilt auf vier Veranstaltungstage.
Vorwürfe, wie die fehlende Abstimmung seitens der städtischen Beteiligten untereinander und mit Lopavent wurden auf der Pressekonferenz vehement bestritten. Die PK war ein letzter Versuch, die Stadt Bochum aus der Schusslinie der Kritik zu ziehen. "Weil wir ja nur den Platz zur Verfügung stellen und nicht der Veranstalter sind", betonte die Oberbürgermeisterin mehrfach.
Als eine "peinliche Blamage für das Ruhrgebiet", bewertet der Techno-Forscher Prof. Dr. Ronald Hitzler entsprechend die Situation auf DerWesten.de. Dennoch hält Loveparade-Chef Rainer Schaller am Ruhrgebiet fest und somit kann man gespannt sein, was uns im nächsten Jahr in Duisburg erwarten wird. Alles in allem sollten wir uns auf 2010 freuen und hoffen, dass die Stadt Duisburg nicht die gleichen Fehler macht, wie Bochum in diesem Jahr. |
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