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Laut.de - ganz leise zum Erfolg |
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Onlinepublikation setzt sich mit einem feinem Händchen in Fragen der richtigen Kooperationsstrategien an die Spitze |
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Abseits der bekannten deutschen Musikmetropolen Berlin, Hamburg oder München ist die süddeutsche Kreisstadt Konstanz am Bodensee der Ort, von dem aus das Musik-Onlinemedium www.laut.de eingepflegt wird. Ein Team von insgesamt 8 Redakteuren und Programmierern kümmert sich um das operative und strategische Tagesgeschäft der Publikation, deren Geschäftsführer Rainer Henze ist, der die Seite 1998 ins Leben gerufen hat.
Frohe Kunde ereilt laut.de nun nach Bekanntwerden der neuesten Ergebnisse der monatlichen Auswertung des Institutes zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW), deren Dienste laut.de in Anspruch nimmt. Die Zahlen der IVW bestätigen laut.de, dass man in der Kategorie Visits, gemeint sind die Besucherzahlen der Seite, den bislang führenden Mitanbieter www.mtv.de überholt hat und damit zumindest im Moment bis auf weiteres das führende Online-Musikmagazin geworden ist.
Der Mitbewerber von mtv.de, für lange Zeit in der Kategorie Visits Spitzenreiter und aus Sicht der Konstanzer scheinbar schier uneinholbar, muss sich nun erstmalig geschlagen geben. MTV Communications Director Germany Joel Berger zeigt sich jedoch als sportlicher „Verlierer“ und gratuliert dem neuen Spitzenreiter diplomatisch und formuliert anlässlich des Achtungserfolgs der Konstanzer: “Für uns ist das Entscheidende nicht unbedingt die Zahl der Pageimpressions oder der Visits, sondern die Meinungsführerschaft und Vermarktungserlöse. Auf beiden Feldern sehen wir uns gut positioniert. Glückwunsch an unsere Kooperationspartner.“
Kooperation deshalb, weil mtv.de bei seinem Online-Bandarchiv auf die Inhalte von über 3000 Bands von laut.de zurückgreift. Eine strategisch ebenso günstige Kooperation ist die zwischen laut.de und Lycos. Lycos firmiert für laut.de als Vertriebspartner und Contentabnehmer.
Erst ein knappes Jahr vorher hat sich laut.de den zweiten Platz in der Kategorie Visits gesichert und Bravo.de von dieser Position verdrängt. Bravo.de hat jedoch ebenso wie mtv.de ein klassisches TV- bzw. Printmedium als Zugpferd für Promotionzwecke, die ihre Webseiten so gesehen lediglich als Sekundärmedium neben den Kernmedien betreiben. Eine solche Konstellation kann laut.de nicht vorweisen. Aus diesem Grunde darf man sich hier deshalb noch mehr über jenes organische Wachstum freuen, das laut.de zweifelsohne die Richtigkeit ihrer strategischen Vorgehensweise bescheinigt.
Dabei handelt es sich um die erwähnten Kooperationspartnerschaften, eine soliden Marketingarbeit und ein ansprechendes Suchmaschinenranking bei Google und anderen Konsorten.
Mit 9 Millionen Pageviews und 1,92 Millionen Besuchen monatlich (Quelle: IVW 1/05) und zeitweilig zweistellig wachsendem prozentuellem Anstieg der Zugriffszahlen kann Laut.de scheinbar die Leserzahlen betreffend mit den Onlinesektionen der führenden Musik-Printmagazine wie dem Rolling Stone, Spex, Visions, Intro und dem Musikexpress problemlos mithalten, ist aber trotzdem im Vergleich zu den genannten Musikmedien im Wettbewerb um Werbeeinnahmen benachteiligt. Ursache dafür ist die nach wie vor die wenig ertragreiche Ausgangslage im Werbungs- und Anzeigenbereich des Onlinesektors, der den physischen Magazinen – obwohl auch diese in den letzten Jahren im Anzeigenmarkt mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten - immer noch klar unterlegen ist.
Die Chancen für laut.de sind vor allem in der Werbewirtschaft zu erkennen, denn die Leserschaft des Musikkanals – so haben Analysen ergeben – ist im Schnitt 14-34 Jahre alt, unterhaltungs- und technikaffin und gehört somit zur begehrtesten Werbezielgruppe für Markenartikler. Durch Anspruchnahme der Dienste des Marktforschungsinstitutes hat laut.de auf jeden Fall bewiesen, dass man gewillt ist, die Instrumente der Werbewirtschaft zu nutzen und zu bedienen, was für den Onlinesektor sicherlich als fortschrittliche Haltung zu bezeichnen ist.
Ob der aktuelle Triumph von laut.de der Anbeginn einer neuen Zeitrechnung im Verhältnis von Werbewirtschaft und Internet ist, sei dahin gestellt. Der Umstand aber, dass laut.de vorne liegt, zeigt, dass Onlinemedien in der Zukunft konventionellen Medienobjekten durchaus Paroli bieten können, obwohl die Onlinepublikation laut.de nicht unbedingt im Verdacht steht, den Pulitzer-Preis für ihre redaktionellen Inhalte zu gewinnen.
Obwohl die Nutzungszahlen bei laut.de vorhanden sind, reagiert die werbende Wirtschaft bei der Nutzung des Mediums immer noch sehr verhalten bis bescheiden und präferiert anstelle dessen die klassischen Medien für ihre Werbezwecke.
Die gute Botschaft allerdings ist, dass laut.de gerade einen Etappensieg hingelegt hat, der im Zweifelsfalle auch anderen Onlinemedien zugute kommt. Auf Dauer hat laut.de zu Beginn des Jahres die Meßlatte etwas höher gelegt, denn die traditionellen Musikmedien können sich auf Dauer nicht erlauben, dass ihnen ein Onlinemedium die Show stiehlt. Die Wettbewerbsrakete zündet somit lediglich eine neue Stufe, die bestenfalls dazu gereicht, dass Konkurrenz hoffentlich das Geschäft aller in diesem Bereich tätigen Marktteilnehmer bereichert. |
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