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Pop100-Nachricht vom 24.07.2010
15 Tote auf der Love Parade in Duisburg
DORTMUND, 25.07.2010, (100). Am späten Nachmittag muss sich das Unglück zugetragen haben. An einer Unterführung, die auf das Veranstaltungsgelände führt, kam es zu einer Massenpanik. In Folge der Panik erlitten nach Angaben eines Sprechers der Stadt Duisburg 15 Besucher tödliche Verletzungen, weitere 100 Personen wurden verletzt.

Gegen 17:30 Uhr meldete die Duisburger Polizei, dass das Gelände auf dem die Loveparade stattfand, wegen Überfüllung geschlossen wurde. Kurz zuvor soll sich das Unglück ereignet haben. Ersten Angaben zufolge handelt es sich bei den Todesopfern um neun Frauen sowie sechs Männer.

Gegen 19:00 Uhr waren alle Notausgänge auf der Veranstaltungsfläche geöffnet worden. Insgesamt 120 Busse wurden für den Abtransport der Besucher vom Gelände eingesetzt. Der Zugverkehr am Duisburger Bahnhof wurde bereits ab 16:00 Uhr aus Sicherheitsgründen gestoppt, da sich Besucher der Loveparade immer wieder in den Gleisanlagen rund um den Bahnhof aufhielten.

Nach ersten Schätzungen seien zur diesjährigen Loveparade rund 1,4 Millionen Besucher gekommen. Der Malteserhilfsdienst, der nach eigenen Angaben die Rettungsdienst für die Loveparade koordiniert, berichtete, dass rund 1300 Sanitäter und Notfallmediziner für den Einsatz vorgesehen waren.

Kai Vogelmann, Sprecher des Malteserhilfsdienst äußerte gegenüber Pop100: "Ich bin heilfroh, dass unsere Helfer in dieser Situation großartige Arbeit geleistet haben, aber sie können sich auf vieles vorbereiten, aber auf so was kann man sich einfach nicht vorbereiten."

Vogelmann berichtete ferner, dass selbst gegen 20:00 Uhr Rettungskräfte immer noch mit der Erstversorgung von Verletzten zu tun hatten. Auf der direkt neben dem Veranstaltungsgelände gelegenen Autobahn A 59 konnten die zahlreichen Verletzten in einem Behelfslazarett sofort medizinisch versorgt werden. Neben Rettungshelikoptern seien zahlreiche Rettungswagen aus Köln, Leverkusen und anderen Ruhrgebietsstädten zu dem Unglück gerufen worden.

Der eigentliche Unglücksort war eine ca. 300 Meter lange Unterführung, die als einziger Ein- und Auslass für den Besuch der Loveparade vorgesehen war. Augenzeugen berichteten, dass die Panik dadurch entstand, dass zahlreiche Besucher bereits nachmittags das Gelände wieder verlassen wollten. Dadurch sei es an der besagten Unterführung zu einem Stau gekommen, bei dem nachdrängende Besucher massiv drängelten und somit letztlich die Tragödie verursacht haben sollen.

Der Nachrichtensender N24 meldete indes unter Berufung auf einen Polizeibericht, dass einige der zu Tode gekommenen Loveparade-Besucher, bei dem Versuch starben, als sie an einer sehr steilen Böschung bzw. Wand hochklettern wollten und dabei abstürzten. Zudem zeigte der Sender ein Handy-Video wie die Polizei zuvor den Tunneleingang abspeerte. Dabei war deutlich zu erkennen, wie dichtgedrängt die Besucher in dem Tunnel standen.

Die Love Parade selbst wurde ungeachtet des Unglücks weiter fortgesetzt. Mit Rücksichtnahme auf die Sicherheitslage wurden bewusst keine Durchsagen gemacht, die die Besucher über das Unglück informiert hätten und somit vielleicht eine weitere Massenpanik ausgelöst hätte. Im Umkreis von bis zu einem halben Kilometer brach nachmittags das Mobilfunknetz zusammen.

Viele Love Parade-Besucher auf dem Festivalgelände haben demnach offenbar gar nichts mitbekommen von den dramatischen Szenen, die sich in nächster Nähe abgespielt haben. Dementsprechend sei die Sicherheitslage auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs während der Veranstaltung mehr oder minder entspannt gewesen.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn-Dependance in NRW berichtete auf Nachfrage, dass sich der Zugverkehr in Duisburg erst langsam wieder normalisiere. Das ursprüngliche Konzept, das den Einsatz von bis zu 700 Sonderzügen vorsah, konnte aufgrund von Personen in Gleisanlagen nur bedingt umgesetzt werden. In Ergänzung zum Schienenverkehr wurden Busse eingesetzt, die die Fahrgäste in Ruhrgebiets-Nachbarstädte brachten. Zudem waren die Züge, die bis nach Duisburg fuhren zum Teil hoffnungslos überfüllt. Mit einer Normalisierung des Bahnverkehrs sei erst gegen 3:00 Uhr oder 4:00 Uhr zu rechnen, so der Sprecher. (tar)
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